Ausdrücklich Schrift- Schreiben im Spannungsfeld

[Offenbach, Deutschland]

Ausdrücklich Schrift – Schreiben im Spannungsfeld

Ausstellung im Klingspor Museum
vom 19. September – 24. November 2019

Das Klingspor Museum als Sammelort zeitgenössischer Schriftkunst ist prädestiniert die große Spannbreite des schriftkünstlerischen Schaffens der Gegenwart aufzuzeigen. Der Fokus der Ausstellung liegt auf experimentellen Arbeiten, wobei die Grenzen der Lesbarkeit oftmals überschritten werden. Gezeigt werden unter anderem Arbeiten von Petra Ober, Tanja Leonhardt, Corinna Krebber, Daniel Ben Hur, Barbara Habermann, Jean Dubuffet, Antoni Tàpies, Paul Stein und Barbara Fahrner.

© Petra Ober. Foto: Klingspor Museum Offenbach

Das Klingspor Museum als Sammelort zeitgenössischer Schriftkunst ist prädestiniert, die große Spannbreite des schriftkünstlerischen Schaffens der Gegenwart aufzuzeigen. Dabei liegt der Fokus der Ausstellung auf experimentellen Arbeiten, die die traditionelle Kalligraphie hinter sich lassen und dabei die Grenzen der Lesbarkeit oftmals überschreiten. Die Schrift verlässt ihre dienende Funktion als Bedeutungsträger und wird durch Ausdrucksform und -kraft zur eigenständigen Kunstform. Die Arbeiten umfassen eine große Bandbreite sowohl an Inhalten als auch an formalen und technischen Herangehensweisen. Codex, Einzelblatt sowie Objekt ergänzen sich und geben der Ausstellung ihr vielfältiges Profil. Gezeigt werden Werke von Corinna Krebber, deren geschnittene Schriftobjekte sich mit Inhalten, Ideen, Aussagen und deren Rezeption auseinandersetzen und dabei die Interaktion von Form und Leere ausloten. In Daniel Ben Hurs konzeptioneller Schriftkunst wird der Akt des Schreibens einem ausbalancierten Wechselspiel von Kontrolle und Kontrollverlust unterworfen. Die Frankfurter Buchkünstlerin Petra Ober lässt in ihrem Unikatbuch „Silesius träumt“ zarte Schriftspuren in sinnlichen Farbräumen erscheinen. In Paul Steins Werk wird die Schrift auf vielfältigste Art eingesetzt, schreibend, stempelnd, mit Schablonen druckend oder erhält überschreibend eine völlig neue Bedeutungsebene. Viele weitere Künstler wie Barbara Fahrner, Daim und Ottfried Zielke mit ihren jeweils ganz eigenständigen Positionen sind vertreten.

Dazu werden beispielhaft Arbeiten präsentiert, die bereits Mitte des vorigen Jahrhunderts durch eine dezidiert moderne Auffassung überraschten und nichts mit den Proportionen und Formen der konventionellen Schriftkunst gemein hatten. So finden sich auch Blätter von Eva Aschoff, Rudolf Franke und dem jüngst verstorbenen Hans Schmidt in der Ausstellung.

Wie bildende Künstler Schrift und Bild in Korrespondenz setzen, wird eindrucksvoll im für die Buchkunst zentralen Genre des französischen Malerbuches deutlich. Arbeiten von Jean Dubuffet, Pablo Picasso und Antoni Tàpies veranschaulichen mit Verve, wie Handschrift als eigenständiges Ausdrucksmittel in der bildenden Kunst des 20. Jahrhunderts akzentuiert eingesetzt wird.

 

Begleitprogramm

22.9., 11.30 Uhr, Führung
25.9., 19 Uhr, Iliazd, Typograph. Vortrag von Françoise Despalles.
6.10., 15 Uhr, Schrift oder Bild – einige Schrift-Bilder in Kunst und Design. Vortrag von Prof. Peter Krüll
30.10., 18 Uhr, Führung durch die Ausstellung
24.11., 15 Uhr, Finissage mit Benjamin Ritter und Thomas Hoyer