AEPM 2021

Jahrestagung des Association of European Printing Museums

Die Anmeldung für die AEPM-Jahrestagung 2021 ist ab sofort möglich.

Drucken in Offenbach – die Kunst einer Technologie, ein Handwerk für die Kunst

Online-Konferenz
20-22 Mai 2021

Sehen Sie das vollständige Programm hier

Sie wird von Klingspor Museum und Haus der Stadtgeschichte als ZOOM-Konferenz angeboten.

Das Programm, das im letzten Jahr aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden musste, wird in diesem Jahr nachgeholt. Das aktualisierte Programm finden Sie im Folgenden.

!!  Zur Teilnahme an der Konferenz schreiben Sie bitte eine e-mail an Dr. Dorothee Ader, Klingspor Museum: dorothee.ader@offenbach.de !!

Daraufhin erhalten Sie rechtzeitig vor der Konferenz den Zugangs-Link und notwendige Angaben.

Die Teilnahme ist kostenfrei. Eine Spende an die Museen wird gerne entgegengenommen.

Allgemein

Ungeachtet aller Wenns und Abers, die in der Zeit der Pandemie so viele Veranstaltungsplanungen ins Schwanken bringen, ungeachtet auch vieler Schwierigkeiten zu reüssieren, sowohl in der Druckwirtschaft wie in der Kultur, die sich dem Drucken widmet, – die AEPM Konferenz 2021 soll, auch ohne das so wichtige Zusammenkommen Interessierter an einem Ort, dem Drucken ungeteilte Aufmerksamkeit schenken; sie will Zeichen setzen.

Zeigen, dass die Stadt Offenbach am Main sich zunehmend, historisch begründet, in neuer Weise als Ort des Druckens etabliert. Zunehmend verstehen die Verantwortlichen und die Bürger hier, dass klangvolle Namen wie Johann André und Alois Senefelder (Lithographie) einerseits und Karl Klingspor (Schriftgießerei) andererseits zusammengehörige! Kapitel einer Geschichte sind: Offenbach als Bereicherung der Kommunikationskultur.

Ein lebendiges Zusammenspiel der Offenbacher Museen, mit ihren Sammlungen voll spannender Druckwerke, und der international operierenden Senefelder Stiftung hat jüngst zur Begründung und Einrichtung einer neuen Druckwerkstatt geführt. Sie wird das Drucken in Offenbach Profis und Laien, Jung und Alt ermöglichen und nahebringen.

Zukunft Drucken in Offenbach und in den Museen

In den Museen sind vermehrt Kapitel des künstlerischen Druckens aus der Basis der reichhaltigen Sammlungen erarbeitet worden. Die Kapitel der Druckgeschichte, die sich mit Schlüsselbegriffen wie „Frühe Hebräische Drucke“ und „Georg Büchner, Hessischer Landbote (1834)“ verbinden, werden neu aufgeschlagen. Und alles wird so verschmolzen, dass ein vielgestaltiger Druckort Offenbach am Main neue Perspektiven eröffnet, wenn es um die Druckgeschichte und die Kulturgeschichte im Allgemeinen geht

Wenn das so angenommen wird, auch jenseits der Stadtgrenzen, wird erkennbar, dass Offenbach ein relevanter Ort zur Ausrichtung der AEPM Konferenz ist. Dann wird auch deutlich, dass hier das angemessene Terrain gegeben ist, diverse Aspekte der Druckgeschichte und -Gegenwart zu Wort und Ansicht kommen zu lassen.

Charakteristisch sind die Pole. Der eine: die Technik der Druckmaschine, erlebbar zwischen der ersten Presse zum Druck von Lithographien (die dafür nachgebaute Stangenpresse) und Maschinen, wie sie seit Jahrzehnten in Offenbach gebaut werden und den Bogen-Offsetdruck markant weltweit mitbestimmen.

Der andere Pol betrifft die Künstlerinnen und Künstler und wichtige Mäzene und Produzenten, die das Schaffen dieser Künstler befördert haben. Beide Pole werden von der Konferenz angezeigt, besprochen; zwischen beiden Polen binden sich die Themen ein, die Referenten aus Polen, Italien, Frankreich und Deutschland behandeln.

Auch wenn nur wenige TeilnehmerInnen vor Ort das Geschehen mitverfolgen – die Konferenz wünscht sich, im Internet ihre Zuschauer- und ZuhörerInnen zu finden und viele interessierte Menschen, die im Nachfeld die Dokumentation der Konferenz auf der website der AEPM und der Offenbacher Museen nachvollziehen. Offenbach bedankt sich bei der AEPM, für den wichtigen Moment dieser Veranstaltung im Rampenlicht stehen zu dürfen und es bedankt sich bei allen, die ihr Potential zum Gelingen des Ereignisses eingebracht haben.

Zu den Themen der Tagung

Es soll nicht den einen Leitfaden durch die Konferenz geben, sondern ein Mosaik aus „Edelsteinen“.

Eva Hanebutt-Benz, Frankfurt am Main, mit all der Erfahrung, die sie als Wissenschaftlerin und langjährige Direktorin des Gutenberg Museums in Mainz einbringt, gibt einen Überblick über das Druckgeschehen entlang der Flüsse Rhein und Main. Welch noble Umgebung des Druckorts Offenbach!

Martyn Kramek, Lodz, entdeckt uns Lodz als eine stille Quelle des Schriftgusses und der Buchkunst; eine Parallele zu Offenbach tut sich auf.

Walter Raffaelli, Rimini, ist gelernter Steindrucker, und zusammen mit seinem Freund Anton Würth hat er die Technik des Drucks vom gravierten Stein praktiziert. Anton Würth, Offenbach am Main hat sich aus dieser Zusammenarbeit erwachsen als einer der führenden Künstler des Kupferstichs entwickelt. Raffaelli seinerseits arbeitet als Verleger speziell im Gebiet der zeitgenössischen Lyrik in Rimini und engagiert sich für die exquisite Drucklegung seiner Publikationen.

Francoise Despallles und Johannes Strugalla, Mainz, Paris, verbindet jahrelange Zusammenarbeit in ihrer Edition Despalles, Paris, Mainz; ein Fundus exquisit gedruckter Bücher, in denen der Wandel der Medienlandschaft genauso ansichtig wird wie die Prämisse, das zu drucken ist, was als Botschaft Geltung beansprucht. Ein Aspekt, der über dem Schöngeistigen des Druckens seit Gutenberg Beachtung verdient.

In diese Richtung zielt unbedingt der Beitrag von Joseph Belletante, Musée de l’imprimerie et de la communication graphique, Lyon. Er handelt von großartigen Protagonisten des Grafik Designs. In Frankreich zuhause, aber in Polen, viele Jahre das Mekka der Illustration und des Plakats, haben sich Pierre Bernard, Gerard Paris-Clavel und weitere Kompagnons zu Grapus, später Ne Pas Plier zusammengefunden und die gesellschaftspolitische Dimension der markant appellierenden Drucksache betrieben.

Mit leiseren ausgesprochen feinlinigen Tönen wartet Christina Wildgrube, Leipzig auf. Die junge Künstlerin studierte in Leipzig an der renommierten Hochschule für Buchkunst und Grafik und machte gleich danach Furore mit ihren Drucken von Materialien aus dem Setzkasten. Was nostalgisch klingt, erweist sich bei ihr als ganz und gar zeitgenössische Bildsprache.

Weg vom Vortagspult, hinein in die neue Druckwerkstatt der Museen nehmen uns Dominik Gussmann, Offenbach am Main ihr Werkstattleiter, und die beiden Künstlerinnen Uta Schneider und Ulrike Stoltz, Offenbach, Berlin,  die zuerst Unicat T mit- und später USUS gründeten und zu den wichtigsten Persönlichkeiten gehören, die die ganze Vielfalt des Druckens im und außerhalb des Buchs abdecken; und davon berichten können, auf der Basis reichhaltiger Erfahrungen auf vielen beruflichen Podien (Universitäten, Stiftung Buchkunst u.a.).

Den Programmen am Do und Fr folgt der Sa mit Möglichkeiten, in den Museen sowie in Druckateliers verschiedener Künstlerinnen (u.a. Anja Harms, Eberhard Müller-Fries, Anton Würth) in und um Offenbach Eindrücke von Technik und Kunst des Druckens zu sammeln.

Neben dem Aspekt des Künstlerischen soll der der pädagogischen Vermittlung eine wichtige Rolle spielen. Die Museen in Offenbach haben im Lauf der Jahre eine nachhaltige Methodik konzipiert mit Jugendlichen die Welt des Druckens zu entdecken. Ist das nicht auf lange Sicht hin mit das Wichtigste – gerade auch für die AEPM?!

Schließlich, unendlich…

… bereichernd sind zwei Werke der Druckkunst des 20. Jahrhunderts, die unsere Tagung begleiten. Das eine stammt von Marc Chagall, da andere von Jean Miró, und beide sieht man eher selten.

Rundum wird den Vortragsraum im Haus der Stadtgeschichte ein Konvolut von rumd 40 Radierungen schmücken. Sie entstammen jener Bibel, die Marc Chagall (1887-1985) Ende der 20er Jahre im Auftrag von Ambroise Vollard begann, und die nach dessen Tod dank des Einsatzes von dem eminent aktiven Verleger Tériade von Chagall fertig gestellt1957 und dann gedruckt wurde. Die frühen Radierungen Chagalls haben ein enormes Timbre und gehören zum Authentischsten, das die Kunst des 20. Jahrhunderts zum Erzählstoff der Bibel hervorgebracht hat. –

Makemono ist der Titel einer Querrolle, 10 m lang, die der spanische Künstler Jean Miró geschaffen hat. Als Lithographie ausgeführt, einzelne Stellen sind im Holzschnitt zugefügt, bietet das extreme Format Miró ein einzigartiges Terrain, die gleichsam metabolistischen Merkmale seiner Form- und Farbsprache in nie versiegender Phantasiefülle zu entfalten. Eigens zur Tagung der AEPM wird die Rolle dem Klingspor Museum von ihrem Eigentümer als Dauerleihgabe übergeben.

Und ein letztes Wort des Dankes…

Offenbach bedankt sich bei der AEPM, für den wichtigen Moment dieser Veranstaltung im Rampenlicht stehen zu dürfen und es bedankt sich bei allen, die ihr Potential zum Gelingen des Ereignisses eingebracht haben.